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Marktplatz-Archiv




Thema 10. Weltmacht degeneriert zum Gottesstaat?

Eine Zuschrift von Wolf Corneli zum Artikel - Ausgabe 11/2005 unter "Buntes":
Den Artikel habe ich mit großem Vergnügen gelesen. Aber diese dummdoofe religiöse Fundi-Masche zieht allem Anschein nach auch schon wieder in Deutschland. Da hat doch kürzlich das ZDF-Magazin "Frontal 21" eine hinterher heftig angegriffene Sendung gebracht, in der das "Missionieren gegen Darwin" nachhaltig angeprangert wurde. "Frontal" drehte teilweise gar mit versteckter Kamera. Kritiker der Evolutionstheorie outeten sich in dieser Sendung als "Christliche Fundamentalisten".
Eine evangelikale Studiengemeinschaft mit der irreführenden Bezeichnung "Wort und Wissen" verteidigt vehement die bibeltreue Schöpfungslehre und versucht - ähnlich diesen komischen amerikanischen Gruppierungen - "Glaube und Wissenschaft" auf eine Ebene zu bringen. Die Studiengemeinschaft bezeichnete den "Frontal 21 - Bericht als tendenziös und diffamierend".
Der ZDF-Autor Ulrich Stoll knickte "Gott sei Dank" nicht ein und bekräftigte, dass die wörtliche Auslegung der Bibel "eine fundamentalistische christliche Position" wäre. Nur evangelikale Randgruppen zeichneten sich aus durch ein wörtliches Verständnis des sogenannten Schöpfungsberichts. Eine kleine Minderheit im christlichen Spektrum. NOCH, SAGE ICH DA NUR.
Auch wenn die großen Kirchen - zumindest offiziell - diesen putzigen "Schöpfungsbericht" heutzutage nicht mehr wörtlich nehmen und die offizielle christliche Sicht mit der darwinistischen Evolutionslehre für miteinander vereinbar halten. 12/2005 Wolf Corneli, Kelsterbach

STAMMT GOTT VON DARWIN AB? fragt Claus Christian Malzahn.
In den Vereinigten Staaten tobt eine scharfe Debatte zwischen der christlichen Rechten und säkularen Konservativen und Liberalen um das sogenannte Intelligent Design. Schwappt die Diskussion nach Europa über? Es geht um nichts weniger als das philosophische Selbstbild des Westens.
Samuel P. Huntington, Harvard-Professor für strategische Studien, prophezeite vor zehn Jahren seinen "Clash of Civilization", der im Deutschen als "Krieg der Kulturen" den Weg in die Debatte fand. Und die Kriegserklärung fundamentalistischer Muslime an die westliche Welt vom 11. September 2001 schien ihm Recht zu geben. Die Folgen dieser Auseinandersetzung sind bis heute spürbar, und während man vor 1989 geneigt war, die Welt unter den Gesichtspunkten des Kalten Krieges zu sortieren, ordnet man sie heute vor allem in die Kategorien des Krieges gegen den Terror.
Doch nun bricht, vollkommen unerwartet, ein neuer Glaubenskrieg aus. Er wird vor Gericht, in den Lobbys von Washington, an den Universitäten geführt Es geht um nichts weniger als um das philosophische Selbstbild der westlichen Welt. Die Auseinandersetzung tobt vor allem in den USA, aber sie wird bald über den Teich schwappen: In das katholische Polen genauso wie in das agnostische, in manchen Landstrichen entchristianisierte Deutschland; überall dort in Europa, wo Kirchen und Religionsgemeinschaften bestehen und vernünftige Menschen eine Antwort auf alte Menschheitsfragen haben wollen.
Genom-Forscher haben den Mythos Mensch bald entschlüsselt wie ein Kreuzworträtsel. Man weiß aber, was mit ausgefüllten Rätselheften geschieht. Man wirft sie weg. Genau davor haben auch solche Menschen Angst, die mit der rasenden rechten Christenheit und ihrem pseudowissenschaftlichen Theorien in den Vereinigten Staaten so viel zu tun haben wie ein braver Sozialdemokrat mit Nordkoreas Kim Jong Il.
Die biologische Wissenschaft, so der Verdacht, definiere den Homo sapiens nach den revolutionären Forschungen der vergangenen Jahre inzwischen nur noch über die Summe seiner Gene. Wir wissen heute, wie der Mensch gemacht ist. Wir sind inzwischen selbst in der Lage, dort Hand anzulegen, was man einst für die exklusive Baustelle Gottes gehalten hat.
Diese wissenschaftliche und eben nicht nur theoretische Offensive des Biologismus begreifen fast alle Kirchen - nicht nur die christliche Rechte in den USA - als problematische Einmischung in innere Angelegenheiten. Nicht alle würden das freilich so nennen, und auf die Idee, die biblische Geschichte von der Entstehung der Welt als ordentlichen wissenschaftlichen Lehrstoff anzubieten, ist in Deutschland noch keiner gekommen. Doch ein allgemeines Unbehagen angesichts des Triumphzugs der Genome bleibt. Katholiken und Protestanten betonen gern die ethischen Probleme, die damit verbunden sind. Die Skepsis ist überall die Gleiche, denn es geht ans Eingemachte: Wenn alle Geheimnisse des Menschseins ausgeplaudert und in Datenlisten gespeichert und auf Reagenzgläser verteilt sind, dann ist Gott bald so überflüssig wie ein Schreiber mit Federkiel in einer High-Tech-Druckerei. Um die Welt der Biologen zu erklären, braucht ihn kein Mensch mehr.
Umgekehrt muss man befürchten, dass die eifernde Bewegung des "Intelligent Design" nichts weniger im Sinn hat, als die moderne Wissenschaft außer Gefecht zu setzen. Das Ganze erinnert an mittelalterliche Auseinandersetzungen zwischen Freigeistern und der mächtigen Kirche. Aber dieser Vergleich ist oberflächlich, denn Galileo hat an Gott geglaubt. Die Wortführer der Evolutionstheorie wie der amerikanische Philosoph Daniel Dennettaber sagen: Es gibt keinen Gott. Er war gar nicht notwendig. Nietzsche hat Gott wenigstens sterben lassen. Die Neodarwinisten sagen: Er war nie da.
Das ist möglich - für den Glauben aber vollkommen unerheblich. Beim modernen Glauben kann es heute nicht mehr darum gehen, den Kosmos zu erklären und wie er entstanden ist. Aufgeklärter Glauben ist heute nicht mehr - aber auch nicht weniger - als Sicherheitsgurt und Trostpflaster in einer rasend schnellen Welt. Kein vernünftiger Mensch kann die Evolutionstheorie bestreiten. Allerdings sollte sich die biologische Wissenschaftszunft ebenso davor hüten, Religion und Gottvertrauen einfach als unwissenschaftlichen Schwachsinn abzutun. Und nicht jeder gläubige Mensch, der sich den Anfang der Welt nur mit göttlichem Impuls vorstellen kann, ist ein Feind der Aufklärung.
Glauben ist per Definition unwissenschaftlich. Gott sei Dank. Das haben übrigens die Vorkämpfer des Intelligent Design vollkommen vergessen, und deshalb werden sie diese Auseinandersetzung auch verlieren. Sie handeln übrigens gegen das erste christliche Gebot: "Ich bin der Herr, Dein Gott. Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder des, das oben im Himmel, noch des das unten auf Erden, oder des, das im Wasser unter der Erde ist." Mit anderen Worten: Gott lässt sich nicht nur nicht beweisen, er will sich auch gar nicht beweisen lassen - Punkt. Das ist kein Manko. Im Gegenteil, es macht den Glauben leichter.
Doch der christliche Glauben muss heute nicht nur die Wahrheiten der Genomforschung aushalten, sondern auch die wissenschaftlichen Erkenntnisse der modernen Theologie, die er selbst erschaffen hat. Zur Selbstvergewisserung des Christentums liegen hier die eigentlichen Herausforderungen moderner Religion. Neutestamentsforscher wie der Amerikaner Burton Mack deklinieren Jesus inzwischen zu einem Weisheitslehrer mit gefälligem Sprüchekatalog herunter, der mit dem späteren Christentum so viel zu tun hat wie Leonardo da Vinci mit dem ersten bemannten Mondflug.
Um solche Thesen kann man sich natürlich lange mit viel Weihrauchnebel herumdrücken, aber die Frage nach dem historischen Jesus wird die Kirche seit dem Beginn der Aufklärung nicht mehr los. Im Gegenteil, sie wird drängender werden, denn die Schere zwischen wissenschaftlicher Theologie und religiöser christlicher Verkündung ist schon heute nicht mehr zu schließen. Mit diesem Dilemma wird die Kirche leben müssen. Verstecken muss sie sich deswegen nicht.
Die neodarwinistische Biologie wird uns helfen, uns über den Menschen klarer zu werden. Aber das, was uns Menschen eben so rätselhaft erscheint, wird sie nicht erklären können. Von Gut und Böse müssen Biologen nichts verstehen, und genau dieses ethische Vakuum hat dazu geführt, dass der Darwinismus im 20. Jahrhundert eine ideologische Vorlage für den Rassenwahn der Nazis abgeben konnte. Doch die Kirchen sollten sich hüten, dieses Argument gegen die moderne Wissenschaft zu verwenden, denn die theologische Behauptung, im Besitz des Wissens über Gut und Böse zu sein, hat das Christentum keineswegs vor eigenen Verbrechen bewahrt.
Der aktuelle Konflikt in den USA wird zu nichts führen, weil kein Erkenntnisinteresse in ihm steckt. Die Auseinandersetzung ist kein gutes Vorbild für den notwendigen Streit zwischen Religion und Wissenschaft. Denn was immer die Forscher herausfinden werden, steht einem aufgeklärten Glauben überhaupt nicht im Wege. Umgekehrt sollten die Genomjunkies, Stammzellenbastler und Embryonentüftler nicht annehmen, dass sie die Ergebnisse ihrer steten Arbeit im humanen Grenzbereich künftig auch noch alleine interpretieren dürfen.
Da ist, immer noch, der liebe Gott vor - selbst wenn er inzwischen nur noch eine steile These der Religionsphilosophie sein sollte. (Aber wer glaubt schon sowas.) 12/2005


Thema 8

KEIN INTERESSE. (s.u.)
Margarita Rainoni antwortet:
Kalimera, aus einem total verregneten Lemesos; aber der Regen stört mich nicht, denn wir brauchen dieses Element schließlich. Mit großem Interesse habe ich jetzt Eure Homepage vom ersten bis letzten Buchstaben gelesen: sehr gut gemacht! Das steigert meine (ja eigentlich schon immer vorhandene) Neugierde auf einen Besuch in Nord-Zypern. Meine Vorurteile, Aversionen gegen diesen Teil unserer Insel sind geschmolzen wie Eis an der Sonne. Ich gebe zu, dass ich hauptsächlich "brain-washed" war durch Flüchtlinge aus diesem Teil der Insel. Somit kann ich im jetzigen Moment gar keine Stellungnahme schreiben, denn und das ist richtig, wie soll ich etwas beurteilen, was ich nicht kenne. Sobald meine Freundin Beatrice eine Geschäftsreise in den Norden macht, werde ich sie um eine Mitfahrt bitten. Genug für heute, ich freue mich, wenn wir in Kontakt bleiben. Liebe Grüße Margarita Rainoni 2/2005

Anmerkung Heinz Herbert:
Ja, was soll ich sagen. Zwischenzeitlich mailen Margarita und ich munter hin und her. Es hat sich eine an- und aufregende Korrespondenz (dank Nordzypern-Insider) entwickelt, die uns beiden Spaß macht. Wechselseitige Besucherei - demnächst, wenn es sich ergibt - ist fest vereinbart. Wäre es nicht schön, wenn sich noch mehr um einen Nord-Süd-Kontakt oder Süd-Nord-Kontakt bemühten? Ruck-Zuck wissen dann beide Seiten wovon sie sprechen, wenn sie sich über den "Süden" oder den "Norden" äußern. Denn auch hier im Norden haben wir ein paar, die eingleisig denken und ich sage mal, "zypernparteiischer" sind als die Zyprioten. Dabei sind wir, die hier lebenden Ausländer, nur mehr oder weniger lange Dauergäste, hier wie dort, oder?
Ach ja: EINEN GANZ DICKEN GRUSS AN DEN METZGERMEISTER IM SÜDEN (Lemesos?) DER DIE PHANTASTISCH GUTEN WURSTPRODUKTE HERSTELLT, DIE SEINERZEIT AUF DER BOTSCHAFTSFETE ANGEBOTEN WURDEN. NICHT NUR WIR KAUFEN SIE FLEISSIG, WENN WIR BEIM HYPERMARKT (AUSFALLSTRASSE ZUM KFZ-ÜBERGANG IN NICOSIA RICHTUNG NORDEN)! EINEN STOPP EINLEGEN. IHR SÜDZYPRIES, RICHTET IHM DOCH BITTE UNSEREN DANK AUS FÜR DIESE WURSTHIGHLIGHTS!



Die Zuschrift von Frau Rainoni, die zu dem Beitrag "KEIN INTERESSE" führte, scheint typisch für die Einstellung der "Süd-Zypries", die meist geprägt ist von einseitiger politischer Propaganda und offensichtlichem Mangel an objektiver Berichterstattung. Ich selbst besuche den Norden Zyperns regelmäßig seit 1982 (insgesamt über 25 Aufenthalte) und habe die dortige dem Süden gegenüber grundsätzlich offene und freundliche Einstellung oft genug mit Verwunderung - nach allem was der Süden über die Medien zum Nachteil des Nordens verbreitete - zur Kenntnis genommen. Ich möchte als Beispiel, wie sehr sich die Hasspropaganda der südzypriotischen Republik über Jahrzehnte hinweg auswirkt, folgende zwei Vorfälle schildern:
Ich besuchte mit einem Freund ein griechisch-zypriotisches Restaurant in Berlin (Günzelstraße). Beim Hinausgehen bemerkte ich auf einem Tisch bei einem Paar (Sie: Deutsche. Er: Griechischer Zypriote) Broschüren aus dem Norden. Ich kam mit Ihnen ins Gespräch und bezog natürlich eine "andere" politische Position... - Wir gingen nach einer halben Stunde auseinander. Mein Freund, der zwei Tage später dort war, erzählte mir, dass er Schwierigkeiten hatte überhaupt bedient zu werden. Obgleich er sich an dieser Diskussion überhaupt nicht beteiligt hatte, war er in Begleitung eines "türkisch-zypriotisch-orientierten" Mannes dort erschienen und deshalb nicht mehr willkommen.
Der zweite Vorfall: Ich war 2004, Anfang Mai kurz nach Öffnung der Grenze, im südlichen Teil der Stadt Nikosia in einem Touristen-Informationsbüro. Es lagen viele Broschüren herum. Als ich nach Infos über die Zeit von 1963 bis 1974 fragte, drehten die Damen im Büro mir den Rücken zu, als sie mitbekamen, dass ich aus dem Norden kam.
Solch unsinniges und bedauernswertes Verhalten bedarf eigentlich keiner weiteren Kommentierung. Ich komme Mai 2005 wieder nach Zypern und ich hoffe, dass man im Süden ein leichtes Umdenken finden kann, denn dort muss man doch mittlerweile gemerkt haben, dass auch die Leute aus dem Norden ganz normale Menschen sind. NoKo Berlin 2/2005


Tatsächlich hat sich in dem einen Jahr viel getan. Abgesehen davon, dass die Geschäfte im Süden - wie weltweit nicht anders - nichts dagegen haben, unsere "Kunden-Taler" einzusacken, hat sich da doch einiges verändert. In einem kleinen Geschäft mit afrikanischem Kunstgewerbe kam ich mit den Inhabern des Ladens, einem jungen Ehepaar, beide Griechisch-Zyprioten, ins Gespräch. Da ich grundsätzlich kein Hehl daraus mache, dass ich hier im Norden wohne, erwähnte ich das auch in irgendeinem Zusammenhang. Und siehe da, diese jungen Leute (vielleicht etwas weltweiter und offener orientiert - siehe Produktauswahl im Verkaufsgeschäft) bedauerten klipp und klar die "engstirnige Südpropaganda", hielten diese für rückwärtsgewandt und sagten das auch lauthals. Sagen wir, es gibt auch im Süden Ansätze zur Besserung. HMcM 2/2005


Mit Interesse habe ich Ihre Antwort auf den Einwand der Schweizer Dame gelesen und möchte ergänzend meine Einschätzung des Zypernkonfliktes darlegen: Bis vor einem Jahr war auch ich aufgrund der offiziellen Sprachregelung der Meinung, bei der Besetzung des nördlichen Teils der Insel handele es sich um eine einseitigen völkerrechtswidrigen Überfall der türkischen Armee. Das Schicksal der Zyperntürken speziell in den 60er und 70er Jahren ist hier in Deutschland völlig unbekannt und ich sehe nach eingehendem Studium der Hintergründe die Intervention von 1974 mit ganz anderen Augen. Bei den menschlichen Aspekten spielt es jedoch keine Rolle, ob es sich um einen Zyperngriechen oder einen türkischen Zyprioten handelt. So macht es mich betroffen, die vielen verfallenen Häuser (Kirchen), das offenkundige Gefälle in Lefkosa als auch die Entfremdung des eigentlichen Inselcharakters durch Ansiedlung fremdländischer Menschen mit anderer Kultur bei gleichzeitiger Auswanderung von Einheimischen zu beobachten. Auch kann ich die Verbitterung aller Heimatver-triebener, die sicherlich mehrheitlich beim Referendung mit "Nein" abstimmten, nachvollziehen (Mein gerade verstorbener Vater ist Vertriebener "Sudetendeutscher"). Keine Vertreibung - egal von welcher Seite - ist zu rechtfertigen. Die Teilung der Insel und die beginnende Normalisierung durch die Grenzöffnung und der avisierten EU-Mittel für die TRNC sollte als Chance für eine allmähliche Versöhnung aller Zyprioten gesehen werden. Ich glaube, die Menschen sind eh dazu bereit, bei den Politikern bin ich mir nicht so sicher. Mit gutem Willen sollten sich alle Probleme lösen lassen. Aktuell halte ich es für das Wichtigste, dass mehr über den Zypernkonflikt informiert wird und zwar ohne Polemik! Ich für meinen Teil lasse seit meinem Zypernbesuch im November 2004 jeden, der es nicht hören will, wissen, was für eine wunderschöne Insel ich gesehen habe. Der durch die weltweite Isolation rückständigere Nordteil hat gerade durch die erhaltene Ursprünglichkeit den Vorteil, dass er einen ganz besonderen Charme versprüht, von den günstigen Lebenshaltungskosten mal ganz abgesehen. Ich jedenfalls bin großer Nordzypern-Fan geworden und werde meine Erkenntnisse in Deutschland weiter publik machen. Wolfgang Fischer, Düsseldorf 2/2005



Thema 7

MEINUNGEN zum folgenden Beitrag "HEIMLICHER VATERSCHAFTSTEST STRAFBAR?"

PRO: Freud lässt grüßen (aus der "ZEIT" 03/2005 vom 22.01.2005)

Die Justizministerin hat Recht: Heimliche Vaterschaftstests müssen verboten werden.
Auch die Familie ist kein rechtsfreier Raum
Von Martin Klingst

Welch eine kuriose Vorstellung: Ein verheirateter Vater zweifelt, ob sein Sohn tatsächlich von ihm abstammt. Deshalb entwendet er ihm heimlich ein Haar und schickt es mit seinem eigenen Haar zum Gentest. Bald darauf kommt die erlösende Nachricht: Er ist der leibliche Vater. Und simsalabim bambasaladu saladim ­ vorbei die Angst vorm Kuckuckskind. Vertrauen zur Mutter zurückgewonnen. Familienfrieden ungefährdet, da niemand außer dem Vater je etwas von der Erschütterung geahnt hat. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute in ungetrübter Eintracht.
So einfach ist das Leben leider nur in Märchen oder Kinderliedern ­ und nicht einmal da. Doch die Gegner des geplanten Verbots heimlicher Gentests wollen uns glauben machen: Die Geheimhaltung dieser Tests schütze Ehe und Familie. Hingegen wirke der Zwang, die Probe offen vorzunehmen und den väterlichen Zweifel damit familienöffentlich zu machen, zerstörerisch, Sigmund Freud hätte seine Freude.
Worum geht es eigentlich? Darum, dass die heimliche Entnahme und Prüfung des Kindeshaars ein Verstoß gegen das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung ist und zwar gegen das Grundrecht des Kindes, dessen Haar die Gen-Informationen enthält. Und gegen das Grundrecht der unwissenden Mutter. Daraus folgt: Genetische Untersuchungen dürfen nur mit Einwilligung der Betroffenen ­ oder im Fall des Kindes ihrer gesetzlichen Vertreter ­ stattfinden. Damit kommen wir zum Kern des Vorhabens von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries. Sie will ganz grundsätzlich unter Androhung von Strafe verbieten, dass genetisches Material ohne Wissen und Wollen der Spender im Labor geprüft wird und die Ergebnisse gespeichert werden können. Dafür gebührt Zypries Unterstützung, denn schließlich geht es um den Schutz eines wichtigen Grundrechts.
Pech nur, dass unter dieses Verbot auch heimliche Vaterschaftstests fallen und deshalb, siehe oben, angeblich der Familienfriede wackelt. Doch seit wann ist die Familie ein rechtsfreier Raum? Eine Ehefrau darf nicht geschlagen werden, denn sie hat ein Recht auf körperliche Unversehrtheit. Sie hat ebenso ein Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung. Der Ehemann selbstverständlich auch. Grundsätzlich gilt: Der Vater darf einen privaten Gentest in Auftrag geben, solange er einverständlich erfolgt. Verweigert seine Frau ihre Einwilligung, steht ihm die Vaterschaftsklage offen. Sie soll erleichtert werden. Wo also ist das Problem? Zumal der heimliche Test nur geahndet wird, wenn die Frau einen Strafantrag stellt.
Eine kleine Gewissensfrage zum Schluss: Verletzt ein Vater, der sich aus dem Staub macht, nachdem er herausgefunden hat, dass er gar nicht der leibliche Vater ist, eigentlich das Kindeswohl?


CONTRA: Volkspädadogik (aus der "ZEIT" 03/2005 vom 22.01.2005)

Die Justizministerin irrt: Heimliche Vaterschaftstests müssen möglich sein.
Das Strafrecht hat hier nichts verloren
Von Bernd Ulrich

Ja, in so einer Welt möchten wir leben: Wo es zwischen den Menschen keine Geheimnisse gibt, vor allem keine dunklen. Wo einer dem anderen stets sagen kann, nein: muss, was ihn umtreibt. Wo es nur eine Form der Kommunikation gibt: die Auge in Auge, ehrlich, ungeschminkt. »Du, der Kevin ist nicht von dir.« ­ »Du, ich weiß, ich habe einen Vaterschaftstest machen lassen.«
In einer solchen Geradeheraus-Welt würden wir im Grunde nur eines vermissen: die Politik. Die kommt nämlich ohne Geheimnisse, auch dunkle, keine Sekunde lang aus. Und warum nicht? Weil die Politiker böse sind und hinterhältig? Nein, weil immer alle ihr Gesicht wahren wollen, weil man unnötige Konflikte um der Sache oder des Koalitionsfriedens willen zu vermeiden sucht, weil Machtbedürfnisse nur so im Zaum gehalten werden können.
In der Welt, in der wir nicht leben wollen, aber leben, ist es allerdings genauso wie in der Politik. Damit nicht alles auseinander fliegt, greifen Väter oder Mütter manchmal zu Geheimnissen ­ zum nicht gestandenen, aber folgenreichen Seitensprung ebenso wie zum heimlichen Vaterschaftstest. Schön ist das nicht, gut schon gar nicht ­ aber strafbar eben auch nicht, bisher jedenfalls.
Das möchte die Justizministerin nun ändern. Also, nur das mit den testenden Vätern, nicht das mit den verheimlichenden Müttern. Dabei hüllt sich die Ministerin in das hellste Weiß gespielter Naivität. Es gehe nur um das Selbstbestimmungsrecht des Kindes, sagt sie. Und wer wollte den informationellen Missbrauch eines Kindes nicht unter Strafe stellen? Leider geht es darum in Wahrheit gar nicht. Denn das informationelle Selbstbestimmungsrecht des unmündigen Kindes wird auch durch den von Vater und Mutter gemeinschaftlich und ganz legal verübten Vaterschaftstest verletzt. Nein, es geht Brigitte Zypries ausschließlich um die Sache zwischen Mann und Frau. Die steht jedoch exakt eins zu eins. Die Information über die wahre Vaterschaft geht den Vater genauso viel an wie die Mutter. Die Information ist sozusagen ein Gemeinschaftsgut. Mit einem Unterschied: Sie weiß (meistens) ­ er nicht. Wenn der Mann heimlich testet, verletzt er darum nicht das Selbstbestimmungsrecht der Frau, sondern ihr Vertrauen. In einer Welt jedoch, wo zwischenmenschlicher Vertrauensbruch mit Gefängnis oder hohen Geldstrafen belegt wird ­ in einer solchen Welt wollen wir nicht leben. Schon, weil es darin keine Politik gäbe, keine Regierung und keine Justizministerin.
Nachdem Brigitte Zypries nun einigen Gegenwind bekommen hat, möchte sie ihr Gesetzesvorhaben etwas abschwächen, jedenfalls gibt sie sich den Anschein. An der Entscheidung, ob heimliche Vaterschaftstests strafbar sind oder nicht, führt jedoch kein Weg vorbei. Zypries sollte es lassen und ihre strafbewehrte Volkspädagogik aufgeben.
(Gefunden von Jochen Wahle) HEIMLICHER VATERSCHAFTSTEST STRAFBAR?
Von Harry McMartin

"Hamburg (AP) Heimliche Vaterschaftstests sollen schon in diesem Jahr mit Geld- und Freiheitsstrafen geahndet werden können. Einen entsprechenden Gesetzentwurf kündigte Bundesjustizministerin Brigitte Zypries am Montag an." So lautete die Agenturmeldung. Und ich frage mich, was alles noch möchte der Staat reglementieren? Dieser Gesetzentwurf - wenn er denn eingebracht wird und zum Gesetz werden sollte - soll Männern das Recht nehmen, auch, wie bisherige Praxis, ohne schriftliche Einwilligung der Frauen genetische Proben ihrer Kinder untersuchen zu lassen. Und: Labors, die solche Tests vornehmen, sind dann strafrechtlich zu verfolgen! Die Ministerin spricht davon, dass solche "heimlichen Tests" einen schweren Eingriff in die Intimsphäre darstelle und meint damit, in die Intimsphäre der Frauen. Was aber ist mit der ebenso schutzwürdigen und ggbfls bereits verletzten Intimsphäre des Mannes und auch des Kindes? Wenn einer nun meint, er muss "heimlich testen" dann dient das Ergebnis doch in jedem Fall einer Klarstellung. Offensichtlich bestehende (heimliche) Zweifel sind ausgeräumt, wenn der Test die Vaterschaft des (Ehe-) Mannes bestätigt und wenn nicht, ist Klarheit geschaffen. Im Interesse des Kindes und des Mannes. Das Problem kann offen besprochen und gleich wie geklärt werden. Klarheit und Ehrlichkeit in einer Beziehung können doch nicht plötzlich schadhaft sein und Bemühungen dahin unter Strafe gestellt werden. Schließlich kann es ja auch sein, dass die Kindesmutter (klammheimlich) Klarheit schaffen möchte, um für sich und das Kind Entscheidungen treffen zu können. Letztlich sind heimliche Tests eher förderlich für den Familienfrieden, wenn einer der Betroffenen eben diesen stillen Verdacht hegt. Soll er es gegebenenfalls zu einem offenen Konflikt kommen lassen und ein gerichtliches Verfahren vom Zaune brechen, um seinen Verdacht auszuräumen, mit der sehr wahrscheinlichen Folge der Zerstörung des Familienfriedens durch dieses gezeigte offene Misstrauen? Absoluter Quatsch, zudem diese Tests auch fast von jedem ausländischen Labor vorgenommen werden können. Ein solches Gesetz würde zu nichts gut sein. Das ursprüngliche Misstrauen bliebe und das kann weder für die Lebenspartner noch für das Kind gut sein. Experten sprechen davon, dass rund zehn Prozent der Kinder nicht vom vermeintlichen Vater sind. Umfragen aus jüngster Vergangenheit ergaben gar, dass jede vierte (!!!) Frau es für möglich hält oder unterstellt, dass ihr Kind auch von einem anderen Mann als dem offiziellen Kindesvater sein könnte. Und da bemerkt Frau Zypries blauäugig, es sei wichtig, in Deutschland eine öffentliche Diskussion über das Problem anzustoßen und zu fragen "warum Männer den Frauen so massiv misstrauen", dass sie heimliche Tests machen ließen. Bereits bei dieser Fragestellung wiederum ist erkennbar, dass diese phantasielose Ministerin immer nur von der "einen" Sicht der Dinge ausgeht und offenbar vollkommen vernachlässigt, dass auch die Frauen ein berechtigtes Interesse - durchaus aus einem viel größeren Spektrum von Gründen - haben könnten, heimliche Tests vornehmen zu lassen.
Ganz schlimm für diejenigen die es später ausbaden müssen und ein Armutszeugnis für den Gesetzgeber, durch Umfragen zuerst auszuloten, was die Bevölkerung dazu meint, um dann ein entsprechendes Gesetz zu basteln in der Hoffnung, dass das zum gewünschten Zeitpunkt gewürdigt wird und durch "Stimmen" zum Tragen kommt. Die Grünen sind sich hinsichtlich dieser Thematik noch uneins, und es steht zu hoffen, dass die wieder einmal regulierend eingreifen und somit einen absoluten Blödsinn verhindern, der zu nichts taugt und nur dazu beiträgt, Regelungen zu umgehen.

Thema 6

MEINUNGEN zum folgenden Beitrag "EINE (SÜD-)DEUTSCHE BEDROHUNG !!!!!"

Lieber Herr Christian Kuepper, nachdem ich Ihren sogenannten voelkerrechtlichen Muell gelesen habe, erlauben Sie mir eine Bemerkung dazu: In einem gebe ich Ihnen ja voellig Recht, wenn Sie schreiben, dass (einige = Anmerkung von mir) Tuerken in Deutschland Probleme bereiten. Doch nehmen wir mal an, einige Deutsche mehr wuerden hier auf der Insel solch einen Schwachsinn verbreiten, wie Sie ihn von sich geben ..., dann waere ja das Tuerkenproblem in Deutschland (Remscheid) das reinste Zuckerslecken dagegen. Daher nichts fuer ungut und Deutsche gruesst Deutschen! Barbara 1/2005

Als langjähriger Nordzypern-Tourist kann ich nur sagen: Welch ein nützlicher Einfaltspinsel, um nicht ein zutreffenderes Wort zu gebrauchen, für die griechisch-zypriotische Propaganda! Jürgen aus Bottrop 1/2005

Wenngleich man die beiden Briefe des Herrn Küpper nur mit großer Ahnungslosigkeit oder absoluter Naivität entschuldigen kann, verfügt er doch über den Mut, über den Rand seiner abgeschotteten Welt zu blicken. LHF 1/2005

Ich vermute, dass der Verfasser nordische Runen für sein Schreiben verwendet, wenn er nicht die digital-elektronische Übermittlung gewählt hätte. Wir haben mit der Weitergabe schon viel Heiterkeit und/oder verständnisloses Kopfschütteln ausgelöst. Mich fesseln besonders kluge Menschen, aber ebenso solche, die auf ihre spezielle Weise besonders blöd sind. Ernst 1/2005
Sehr geehrter Herr Herbert. Vielen Dank fuer diese Information. Ich sehe mich allerdings ausser Stande, diese meinungen auch nur im entferntesten Ernst zu nehmen. Fakt ist, dass sich die Deutschen sicherlich nicht zu der Gruppe von Menschen zaehlen duerfen, die auch nur den Hauch einer Ahnung von fremden Voelkern hat. Wir sind viel zu domestic. Sueddeutsche Bedrohung und all dieser Quatsch. Soll meine Staatsbuergerschaft aufgeben, und mich mit den Suedzyprioten solidarisieren. Wird nie passieren, da ich den gesetzen der BRD zufolge mehr nachteile als Vorteile davon ernte. Allerdings zeigt der AbsatzSiedzyprioten auf, dass diese Leute, die hier schrieben, wirklich nicht wissen, worueber sie reden. Es gibt auch Tuerkische Zyprioten im nicht besetzten Gebiet, die hier ohne beschwerden leben duerfen. Dies hat die Tuerkische Militaerregierung den Griechischen Zyprioten in ihren Heimatdoerfern allerdings untersagt, und die illegal immigrierten Siedler dort untergebracht. Deswegen sind die 18% Annan Befuerwoerter auch zustande gekommen. Einerseits Fluechtlinge, die auf schrittweise Normalisierung und Zugang Ihrem Eigentum hoffen, andererseits Tuerkische Zyprioten, die reienweise im freien Teil Lefkosia leben. Und natuerlich korrupte Politiker, die Ihren Arsch retten wollen. Die Fener Reisen, Hamburg machen wie andere veranstalter Tourismus im besetzten Teil. Reiseveranstalter haben Eigentum erworben, illegal natuerlich, oder Hotels gebaut, um Kohle zu machen. wenn einer von den Lesern dies schoen findet, brauchen wir gar nicht weiterzureden. Uebrigens laesst uns Israel nicht so interessant erscheinen, obwohl vom prinzip dasselbe Statut. Das stimmt schon. Gerne erwarte ich kritische Meinungen, von Lesern, die wissen worueber sie sprechen. Ansosnten bleibt die illegale und voelkerrechtswidrige Okkupation von Zypern durch Tuerkisches Militaer weiterhin Fakt. Vielleicht besetzen die Tuerken bald Deutschland. In meiner Heimatstadt Remscheid existieren bereits viele Probleme mit den Tuerken. Diese sind ueber jahre entstanden Freundliche Gruesse Christian Kuepper lemesos Republik Zypern

Welch ein wackerer Kämpfer für Gerechtigkeit auf dieser Welt!!! Diese Sorte von Ignoranten, von der Insel-Geschichte völlig unbeleckter Ausländer, sind genau von der Art Treibstoff, der die griechisch-zypriotische Propagandamaschinerie am Laufen hält. Ich gehe natürlich fest davon aus, dass der gute Mann auch mal einen gepfefferten Brief an den Ober-UN-Resolutions-Ignoranten-Häuptling Scharon geschrieben hat, um den von seinen illegalen und unmenschlichen Landklauaktionen an palästinensischem Grenzgebiet abzuhalten, und er auch ihm androhte, diese Dampfwalze vor den Internationalen Gerichtshof zu zerren. Was seine Beschämung als deutscher Staatsbürger über die unmenschlichen und illegalen Zustände in diesem, unserem nicht existierenden Staate angeht, so kann ich ihm nur raten, seine deutsche Staatsbürgerschaft abzulegen und sich mit den armen südzypriotischen Insulanern zu solidarisieren, indem er einer von ihnen wird. Ich weiß zwar nicht, ob die solche Dummköpfe zu den Ihren zählen wollen, aber wenn´s der Propaganda nützt, sind sie möglicherweise bereit, jedes Opfer zu bringen. Lizzy, 12/2004.

Es gibt im Deutschen den Begriff "sich zu Tode schämen". Warum nimmt dieser Ignorant ihn nicht wörtlich und macht ihn wahr? Und zwar möglichst bald, damit sein gequältes Gewissen endlich Ruhe findet! LHF, 12/2004.

Eine arme Seele, liebe Freunde, die sich im Dunstkreis griechisch-orthodoxer Ansichten gut aufgehoben fühlt. Lasst uns für sie beten, denn Hoffnung bleibt selbst den Blauäugigen und seien sie auch noch dazu auf dem einen Auge blind. G.Sch.

Da ging eine Träne auf Reisen und landete an im Süden der Insel. Stellt euch mal vor, der wäre damals zufällig im Norden angelandet. Au weia, dann hätten wir ihn vielleicht zum direkten Nachbarn. T.M.


EINE (SÜD- ) DEUTSCHE BEDROHUNG!!!!!
vorgestellt von Harry McMartin

Da schreibt ­ das ist kein Witz!!! ­ ein deutscher Mensch aus dem Süden von Zypern an den in Deutschland residierenden Geschäftspartner einer nordzyprischen Reiseagentur folgendes Pamphlet, gesendet am Sonntag, 28.11.2004 um 17.00 Uhr per mail (Absender:kuppriv@cytanet.com.cy):

(Zitat)
Betreff: Information fuer Sie
AN DIE GESCHAEFTSLEITUNG
Sehr geehrte damen und herren
Ihre startseite mit Werbung gehoert sicherlich zu den interessanteren Werbemassnahmen der Touristikbranche. Allerdings ist ihnen ein fataler fehler unterlaufen. Die bezeichnung Nordzypern existiert ueberhaupt nicht. Sie koennen nur das besetzte Gebiet im Nordteil der Insel meinen, dass der UN Resolution unterliegt. Sollte dies zutreffen, schaeme ich mich, ein Deutscher Staatsbuerger zu sein, waehrend Deutsche Unternehmen sich am Profit im besetzten Teil Zyperns bereichern. Dies ist voelkerrechtlich illegal, unmenschlich gegenueber den rechtmaessigen Eigentuemern des Grundbesitzes, und verletzt die UN Resolutionen. Sollten Sie Ihre Werbung fortsetzen, die ich seit 1999 verfolge, werde ich Sie namentlich in meine beschwerde der EU gegenueber aufnehmen. Sie wissen, was dies nachsich zieht. Freundliche gruesse (Name der Redaktion bekannt).
(Ende des Zitats)

Ich stelle mir vor: Es ist noch keine Zeit für ein ordentliches, sonntägliches deutsches Fernsehprogramm. Nirgendwo Volksmusik. Kein Fußball. Es ist erst 16.00 Uhr in Deutschland. Der wackere, aufrechte deutsche Bürger, eine Bastion des Deutschtums im Süden der Insel, wagt sich in die weite Welt. Ran an den Computer und mal reingeguckt, was es so im "Reise-Net" gibt. Nicht zu weit. Erst mal unter Zypern suchen. Da weiß er wo er ist. Da kennt er sich aus. Und dabei kann er gleich mal kontrollieren, ob da auch alles sauber ist. Im Netz, bei den Firmen, auf der ganzen weiten Inselwelt. Ist es natürlich nicht! Da liest er doch tatsächlich was von einem Reiseveranstalter, der erwähnt, dass es auch einen Norden auf der Sonneninsel gibt und dass man sogar dahin fliegen und aus dem Süden fahren kann. Kein Wort von diesen miserablen Straßen, kein Wort von Steine werfenden Kindern, wüsten Hausbesetzern, marodierenden Soldaten und Vergewaltigern, die er zwar nicht aus eigener Sicht, aber aus bestimmten Schriften genau kennt, die nur Ahnungslose etwa als Hetzschriften bezeichnen würden und die es heutzutage längst nicht mehr in der Fülle gibt, wie es sein sollte. Kein Wort davon, dass dies doch ein "besetztes Gebiet" ist "dass der UN Resolution unterliegt".
Ja, wo sind wir denn!!!? Der "Geschaetsleitung" dieser immerhin seit 1999 verfolgten Firma der Touristikbranche, muss einer doch mal so richtig satt eine verbal reinhauen, auch oder gerade weil sie mit "interessanten Werbemassnahmen" ansonsten auf sich aufmerksam macht.
Was recht ist muss recht bleiben! Nordzypern gibt es nicht und damit basta. Und dieses Reisebüro hat mit Sicherheit von einem Staat und nicht von einem geographischen Landesteil gesprochen. Dieser Nordler-Staat bezeichnet sich überdies als KUZEY KIBRIS TÜRK CUMHURIYETI, wos immer des heißen daat. Himmel nochmal. Ob solcher Ignoranz muss man sich doch wirklich schämen, als Deutscher und nicht nur als Deutscher, sondern als in der Republik Zypern lebender Deutscher, als Südinsel-Deutscher!!! Das alles, "während Deutsche Unternehmen sich am Profit im besetzten Teil Zyperns bereichern". Mensch, das ist doch klaaar! "Völkerrechtlich illegal" so was. Nein nicht nur völkerrechtlich illegal, sondern auch "unmenschlich". Diesen Profitbereicherern muss doch einfach mal vor die Birne gekloppt werden. Das muss jeder einfach verstehen! Das ist doch so einfach, so wie er einfach ist. Mei. Und wenn das fortgesetzt wird, mit dieser Werberei, wird das angezeigt bei der EU. Und was das nach sich zieht (!!!!), da kann er uns nur warrrnen, warrrnen kann er uns da nur, diese Nordstaatenfreunde.
Und wir, was tun wir. Wir schweigen erschüttert und tief berührt. Ein Mensch der sich sorgt, obgleich er ziemlich ahnungslos ist, der sich einsetzt, wenngleich er nicht genau weiß für was, der sagt was gesagt werden muss, obgleich es keiner hört. Wir helfen ihm in die Öffentlichkeit, die er verdient. Und wer da von verbalen Blähungen spricht ... , den können wir nur WARRRNEN, NACHDRÜCKLICH WARRRNEN, DENN ES GIBT AUCH NOCH DEN EUROPÄISCHEN GERICHTSHOF; EIN WELTTRIBUNAL!!! Und wenn die erst mal loslegen. Ja, dann!!! HMcM


Thema 5

DIE FUNDIS NAGEN UND MAN LÄSST ES GESCHEHEN
Von Heinz Herbert
Der Artikel "Für uns gelten keine Gesetze" im Magazin "DER SPIEGEL" Nr. 47/2004 vom 15.11.2004 (wer sich für diesen ganz ausgezeichneten Artikel interessiert, bitte mail an kontakt@nordzypern-insider.net und anfordern; wird flugs per mail zugesandt) hat mich zu den nachstehenden Bemerkungen angeregt:
Kürzlich in Istanbul fiel mir auf, dass dort ungleich mehr Frauen Kopftücher tragen als vor einem Jahrzehnt. Auch die Anzahl von schadortragenden Frauen (ich spreche nicht von solchen aus offensichtlich arabischen Landen) war auffallend im Gegensatz zu früher. Kein Wunder, dass die von westlicher Kultur sich ausgrenzenden fundamentalistisch orientierten Muslime auch in Deutschland extrem zunehmen. Der Zwang auf Mädchen und junge Frauen, Kopftuch, ja gar Schador zu tragen, nimmt in deutschen Großstädten erkennbar zu. Das in einem Maße, wie die verhätschelten Knaben und Jungmänner dieser "Fundigruppen" überproportional vergammeln, auffallend keine Lehrstellen finden, weil sie keine suchen und antriebslos und unkonditioniert wie sie sind, letztlich den Sozialämtern zur Last fallen. Sie werden zu gesellschaftlichen Nullen und lassen ihre damit verbundenen Aggressionen unter anderem auch an den Mädchen und Frauen aus, den vorgeblich Schwächeren.
Es ist ja ach so einfach, diesen platten Formeln fundamentalistischer Hoças zu folgen, anstatt den immer mehr der Vergessenheit anheim fallenden, hart erkämpften Werten eines Kemal Atatürk zu folgen, der seine Landsleute seinerzeit aus der Agonie des Patriarchats in eine moderne Welt katapultierte. Solche positive Atatürk`sche Strebsamkeit würde allerdings Intelligenz, eine gesunde Strebsamkeit und einen offenen Geist erfordern. Einerseits können solche Werte deutsche Schulen derzeit offensichtlich nicht vermitteln. Zum anderen suchen die in Deutschland zugelassene Koranschulen, unkontrolliert wie sie dort sind, gerade auch das zu verhindern.
Wo sind die diese offenen, strebsamen, kämpferischen insbesondere türkischen Muslime geblieben, wo sind die Anhänger Atatürks? Warum überlassen sie ihre Mitbürger immer mehr vorgestrigen Hinterwäldlern aus Hinteranatolien? Typen, die zu keiner Zeit begriffen, dass bereits Kemal Atatürk die Gleichberechtigung der Frau mit aller Macht vorantrieb, weil er es bereits damals als absolut ungerecht empfand, wenn Frauen ohne Rechte und oft auch ohne einen Dank bleiben sollten, obgleich sie die harten Arbeiten auf den Feldern und zu Hause übernahmen, während die selbstherrlichen Männer den Pascha mimten.
Es hatte bereits damals seinen Sinn, dass Kemal Atatürk die Hoças entmachtete, weil diese nicht bereit waren, sich zu beschränken auf den Bereich der Innerlichkeit, unter Verzicht auf Handlungsvorschriften für das äußere Leben. Die fundamentalen muslimischen Führer (wie auch alle Fundamentalisten anderer alttestamentarischer Religionen), damals wie heute, wollen auf das gesamte Leben Einfluss nehmen und keinen Teil des weltlichen Bereichs unbeeinflusst lassen!
Das muss uns allen und insbesondere auch der Judikativen Deutschlands bewusst werden, die durch teilweise aberwitzige Urteile genau das Gegenteil von dem bewirkt, was jeder von einem demokratischen Staat erwarten darf. Wichtig ist ­ und man fragt sich, weshalb das in Deutschland nicht absolut konsequent durchgesetzt wird, wo es sehr wohl die rechtlichen Voraussetzungen dafür gibt ­ dass die Kinder ausländischer Mitbürger die Schulen aufsuchen müssen und an allen schulischen Maßnahmen, von Sport bis hin zu gemeinsamen Ausflügen, teilzunehmen haben. Dazu gehört insbesondere bereits der Besuch der Kindergärten. Denn gerade in diesem Bereich wird die sprachliche Grundlage für den späteren Schulbesuch gelegt. Religiös Vernagelte ­ gleich welcher Couleur ­ die das verhindern (und das nimmt man heutzutage hin!) mögen dahin gehen, wo Bildung für Jedermann keine Selbstverständlichkeit ist. Nachziehende Familienangehörige und insbesondere Ehefrauen (gleich welchen Alters) müssen in ihrer Heimatsprache zumindest ausführlich mündlich über die in Deutschland bestehenden Grundgesetze und damit auch ihre Rechte, aufgeklärt werden. Zwangsverheiratung ist zu einem Straftatsbestand zu erklären und strikt zu verfolgen, ebenso wie die Gewalt, die anscheinend gerade auch in fundamental-muslimischen Familien stattfindet. Offensive Jugendarbeit muss gefördert werden, aber ausschließlich von staatlichen Stellen. Kirchliche Organisationen sollen sich da raushalten, weil ideologisch vorbelastet.
Und jetzt komm mir keiner mit dem Argument, wir haben dafür kein Geld. Die Bezahlung der Folgeschäden, wenn alles weiter so dahinschleift, sind zweifelsohne teurer als die Maßnahmen die im Vorfeld leicht möglich sind.

Thema 4

MEINUNGEN zum folgenden Beitrag "ANTIKES MIT AKTUELLEN AUSWIRKUNGEN"

Dem Kommentar des Verfassers dieser Nachricht, dass eigentlich erst einmal unsere Händler, die gutgläubigen Erwerbern das "Zeugs" verkaufen oder gar andrehen, "durchforstet" werden sollten, stimme ich voll zu. Natürlich wird so mancher von uns schon mal mit schönen alten Dingen liebäugeln. Und warum auch nicht? Wer es sich finanziell erlauben kann! Richtig ist allerdings auch, dass bei einem Kauf von vermeintlich alten oder gar antiken Sachen unsere einheimischen Händler (und das schier aus reiner Profitgier) nie auf eventuelle Repressalien aufmerksam machen, was absolut unseriös ist. Uns ist - und hier sieht man, es geht doch auch anders - folgendes im griechischen Teil passiert: Ich hatte einen wunderschönen, alten Olivenölkrug bei einem "Antik-Trödler" gesehen. Preis war natürlich überhöht, doch egal. Mein Herzchen hüpfte, als ich diesen Krug sah (solche Regung wird ja jeder von uns schon mal erlebt haben!). Wir waren drauf und dran, den Erwerb zu vollziehen. Doch was tat der Händler? Er machte uns darauf aufmerksam, dass wir an den Grenzen, ob Flughafen oder sonstigen, Schwierigkeiten bekommen könnten, und wir mit einer nicht gerade zimperlichen Strafe rechnen müssten. Es läuteten sofort bei uns die Alarmglocken und wir fuhren, dankenswerter Weise ohne Krug, über die Grenze. Ich muss gestehen, ich denke nach wie vor wehmütig an diesen Krug. Doch ich bin dem Händler für diesen Hinweis absolut dankbar. Es geht doch!!!
Barbara 11/2004

Ein altes Sprichwort sagt: "Der schlimmste Mann im ganzen Land ist der Denunziant."
In diesem Land hat eine Denunziation, vom Denunzianten vielleicht verniedlicht und nur als "ein Tipp an die Behörden" gesehen, eine ganz andere Dimension als in einem westeuropäischen Staat und ist deshalb besonders verwerflich. Die rechtlichen Folgen für den Denunzierten sind hier völlig unabsehbar, vor allem für "Ausländer", für die, wie ich hörte, das Strafmaß in diesem speziellen Fall doppelt so hoch sein kann wie für Einheimische! Mit welchem Recht wird hier eigentlich mit zweierlei Maß gemessen, wenn das so zutreffend ist? Im Allgemeinen kaufen Ausländer "Antiquitäten" meist ohne jedes Fachwissen und können selten erkennen, ob es sich um kulturhistorische Antiquitäten handelt oder nicht. Das mag im Falle der Familie K. auch zutreffen, wenngleich man ihr vorwerfen muss, dass sie schon lange auf dieser Insel ist und die Verhältnisse besser kennen müsste, als alle anderen Deutschen hier. Schließlich ist dies nicht der erste Fall, in dem Behörden gegen Antiquitäten sammelnde Ausländer vorgegangen sind, wie wir alle wissen. Der eigentliche Skandal ist aber, dass diejenigen, die die Kirchen, Museen usw. nach 74 geplündert und deren Bestände teuer an Ausländer verkauft haben, bis heute straffrei ausgegangen sind. Aufgrund ihrer guten Beziehungen zu einzelnen Mitgliedern der zuständigen Behörden, obwohl denen ihr kriminelles Treiben seit vielen Jahren bekannt ist? Möglicherweise bekommt dieser Fall jetzt auch noch einen politischen Aspekt, indem die momentane Regierung in dieser sensiblen Phase der Einigungsversuche mit dem Süden beweisen will, dass sie alles tut, um die verschwundenen Kunst- und Kultgegenstände aus Kirchen und Museen wiederzubeschaffen und deren Besitzer zu bestrafen. So kann man leicht einen Teil der Schuld aufgrund der Schandtaten manch eigener Mitbürger auf die Ausländer abwälzen. Das kommt bei den Griechen sicherlich gut an, sind wir, die im Norden lebenden Ausländer, doch als Türkenfreunde bei den Griechen sowieso nicht beliebt, wie wir alle spätestens seit dem Hick-Hack um die Grenzübertritte ab dem 1. Mai des Jahres in den Süden wissen, was sich jetzt allerdings normalisiert hat. Deshalb wollen wir alle im Interesse der Familie K. hoffen, dass man nicht versucht, bei dem offenbar großen Umfang der gefundenen Gegenstände, auch wenn diese nicht alle ihr gehören, einen Präzedenzfall zu schaffen, der sich ja geradezu anbietet. Vielleicht sollten die Ausländer, die Antiquitäten besitzen und nicht wissen, wie sie sie einordnen sollen, diese werten und registrieren lassen, auch auf die Gefahr hin, dass eventuell etwas abgegeben werden muss. Das ist auf jeden Fall meines Wissens straffrei. Auf Grund dieses Falles müssen möglicherweise allen Ausländerhaushalte damit rechnen, dass plötzlich jemand mit einem oder zwei schwarzen Männchen vor der Tür steht und Einlass begehrt.
Lizzy 11/2004

Jedes Land hat seine Gesetze und Ausländer haben es in jedem Land schwer, diese zu befolgen. In aller Regel sind sie sich gar nicht bewusst, welche Gesetze, verbunden mit welchem definitiven Wortlaut, sie wann Gefahr laufen, zu verletzen. Sie schließen von Basisgesetzen des Heimatlandes auf ebensolche Werte im Gastland. Und wenn etwas daneben geht, weiß jeder ganz gescheit zu sagen: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Ich gehe davon aus, dass viele die Ernsthaftigkeit dieser Erkenntnis verdrängen. Vorverurteilungen bleiben trotzdem oder gerade deswegen nicht aus. Überall verlangen Menschen angesichts eines Vergehens nach Aufklärung, insbesondere dann, wenn es sich um ein schweres Vergehen handelt. Soweit in Ordnung. Aber was ist ein schweres Vergehen? Doch mit Sicherheit nicht der Besitz von Gegenständen, die zu einer bestimmten Zeit mehr oder weniger überall herumlagen und gar von Vernichtung bedroht waren. Also, das Auffinden und Bewahren von Gegenständen vor dem Untergang wird im Nachhinein kriminalisiert bis hin, wie mir ernsthaft versichert wurde, zu solch absurden Gesetzesvorschriften, wonach gar der Besitz von Ikonen - gleich ob hier aufgefunden, gekauft oder gar aus dem Ausland eingeführt - strafbar sein soll. So etwas bezeichnet man in China als ein Aasgeier-Strategem, wonach man eine Feuersbrunst für einen Raub ausnutzt. Aus einem Geschehen oder einer Tatsache (hier: Fund, Kauf oder Besitz von sogenanntem Kulturgut) wird sofort politisches Kapital geschlagen und Nutzen gezogen. Von eigenem oder der Rechtsvorgänger Untaten (zu früheren Zeiten) wird abgelenkt. "Verbrechensbekämpfung" ist in jedem etablierten politischen System äußerst populär und wenn man den Besitz von "antiken Gegenständen" - und das ist ein weites Feld, insbesondere in Ländern in denen ein Stück bemaltes Holz, älter als dreißig Jahre, "antik" sein kann - unter Strafe stellt, haben die Ordnungsmächte fleißig zu tun, und die auf einem Auge blinde Bevölkerung nimmt das kritiklos hin oder begrüßt dieses Vorgehen sogar. Aber nicht nur die Bevölkerung ist auf einem Auge blind, sondern am Ende auch die Ordnungsbehörden, die ihr Augenmerk auf den Besitz "antiker Gegenstände" richten, anstatt dort nachzufassen, wo in aller Öffentlichkeit mit solchem "schützenswerten Kulturgut" gehandelt wird. Diese Händler sind allesamt bekannt und - wie man hört - wird dort nichts "unter dem Ladentisch", sondern in aller Offenheit gehandelt, dessen Besitz dann später unter Strafe gestellt ist. Na, wenn das Recht ist?
HMcM 11/2004
ANTIKES MIT AKTUELLEN AUSWIRKUNGEN
"Antiques arrest", titelt die Cyprus Today in ihrer Ausgabe Nr. 668 (6.-12.11.2004) einen kleinen, unauffälligen Artikel, in dem es dann weiter heißt: "A woman of 64 from Lapta has been arrested for suspected illegal possession of 117 antiquities and religious artefacts worth some 256 billion(***) TL. The unnamed woman was remanded in custody for three days by Girne Court yesterday."
Bei der "unnamed woman" handelt es sich um unsere deutsche Mitbürgerin R. K., die sich Nordzypern-Insider gegenüber äußerte: "Das war und ist wie ein Albtraum". Der wurde abgefedert durch den bewundernswerten stunden- und tagelangen Einsatz von Y.F. in Gemeinschaft mit Rechtsanwalt Boysan Boyra, Lefkosa. Sie erreichten unter anderem auch, dass der Aufenthalt in einer stinkig stickigen Zelle in unmittelbarer Nachbarschaft finsterer Gestalten unterblieb. R.K. nächtigte in einem Wachraum, der für sie notdürftig hergerichtet worden war. Sie befindet sich jetzt gegen Kaution in Milliardenhöhe und Stellung eines Bürgen wieder auf freiem Fuß. Die Möglichkeit der Ausreise gegen Auflagen wird geprüft.
All dem voran ging eine Maßnahme der Polizei in Verbindung mit dem Antik Departement. Die Behörden wurden vermutlich aktiv aufgrund eines Hinweises "aus der Bevölkerung". R. K. hatte mit ihrem Mann, der sich derzeit in Deutschland wegen einer Operation aufhält, für eine Bekannte aus Karmi einige antike Gegenstände in Verwahrung genommen (die Bekannte möchte ihr Haus verkaufen). Diese Gegenstände sind allesamt bei hiesigen Händlern gekauft worden, hatte man den Eheleuten K. versichert.
Eine freundschaftliche Geste mit ungeahnten Auswirkungen, denn der Zugriff der Behörde beschränkte sich nicht nur auf die in Verwahrung genommenen Gegenstände, sondern auf alles, was irgendwie antik im Hausstand der Eheleute K. aussah. Darunter liebevoll restaurierte Teile, die von K. bereits vor Jahrzehnten (1975 ff) aus dem Müll geklaubt, von ihm restauriert und damit vor dem Verfall bewahrt worden waren. Zu einer Zeit also, zu der es weder ein Antik Departement noch ein Interesse von irgendeiner behördlichen Seite an diesem "Müll" gab.
Die Eheleute K. laufen Gefahr, dafür abgestraft zu werden, dass sie genau solche Gegenstände, die das heute Antik Departement zu recht schützen möchte, zu einer Zeit vor dem Verfall bewahrt haben, zu der solches Kulturgut niemanden interessierte.
In diesem Zusammenhang weist die Leiterin des Antik Departements ausdrücklich darauf hin, dass antike oder antik aussehende Gegenstände grundsätzlich nur gegen Rechnung gekauft werden sollten, damit wenigstens der Erwerbsnachweis geführt und eine strafrechtlich relevante Handlung a priori nicht unterstellt werden kann. Wenn es sich dabei allerdings tatsächlich um schützenswerte antike Gegenstände handelt (der Rahmen ist ungenau definiert und weit gesteckt) können diese trotzdem eingezogen werden.
Wer über antike Gegenstände, seien dies bearbeitete Steine, Leuchter, Holzarbeiten, Ikonen etc., ohne Erwerbsnachweis verfügt, sollte diese Gegenstände dem Amt zur Prüfung vorlegen. In diesem Fall wird von einer Strafverfolgung abgesehen, selbst wenn die Gegenstände unter den Begriff des schützenswerten Kulturgutes fallen sollten. Teilweise können solche Gegenstände nach Registrierung sogar im Besitz der Personen bleiben, die den Fund offen legten.
Nordzypern-Insider meint: Es ist an der Zeit, dass die Ermittlungsbehörden einmal bei den bekannten Händlern deren "Warenbestände" überprüfen. Es ist unerträglich, dass die gutgläubigen Erwerber den finanziellen Schaden alleine tragen und sich sogar ­ ist eine Quittung nicht mehr vorhanden aus gleich welchen Gründen ­ strafrechtlicher Verfolgung ausgesetzt sehen. (*** Anmerkung: der Begriff Billion im Englischen ist mit Milliarde im Deutschen gleichzusetzen) HMcM 11/2004

Thema 3

DIE SCHLAFSTELLE DES HUNDES
Thema aufgenommen von Harry McMartin 10/2004

Viele haben Hunde und Katzen hier auf der Insel, wenngleich aus den unterschiedlichsten Gründen. Das geht von "endlich kann ich mir die Haustiere halten, die ich schon immer wollte" bis hin zu "Ich brauchte einen Wachhund", "einen Hausgefährten!", "jemanden der die Stille erträglich machte" etc.
Wo es Tierliebhaber, Pseudo-Tierliebhaber und alle möglichen sonstigen Abstufungen gibt, gibt es natürlich auch die, sagen wir mal, "Haustier-Hasser". Auch die gibt es aus unterschiedlichsten Gründen: "Ich bin nun mal gegen alles Tierische allergisch" bis "ich kann Viecher grundsätzlich nicht ausstehen" oder "ich habe einfach Angst vor diesen unheimlichen Wesen", so hört man mal hier und mal da. Und auch das gilt es zu respektieren, denn solche Reaktionen haben natürlich ihre Ursprünge, die oft weit zurückliegen. Wer einen Zoophobisten (Angst vor Tieren im allgemeinen) oder einen Doraphobisten (Angst vor Haut, Fell, Tierhäuten) kennt, sollte sich einmal die Mühe machen, sich mit dem über seine Phobie zu unterhalten, wenn der dazu bereit ist, anstatt über ihn im Sinne des altdeutschen "blöd" herzuziehen.
Aber selbst unter den "Tierliebhabern" wird ein Thema oft streitig behandelt: "Gehört die Katze ins Bett" oder "darf ein Hund im Haus oder am Ende gar noch mit im Schlafzimmer schlafen".
Natürlich gehört die Katze nicht ins Bett. Das Thema können wir aber hier vernachlässigen, denn wir sprechen von der Schlafstelle des Hundes. Und alle, die Katzen haben, wissen, dass da einfach nächtliche Besuche drin sind (bei uns manches Mal sogar drei Miezen auf einmal). Bei einem so grundsätzlich sauberen Tier, das natürlich alle notwendigen Spritzen bekommen hat und vor Floh- und Zeckenbefall aufgrund zusätzlicher menschlicher Pflege gefeit ist, hat dieser Tierliebhaber keine Bedenken ob solch nächtlicher "Heimsuchungen".
Der Hund als Rudeltier ist da schon ein bisschen schlampiger. Und ganz sicher gehört ein Hund nicht ins Bett von Herrchen oder Frauchen und wenn doch, dann ans Fußende, trotz aller zusätzlicher menschlicher Pflege.
Ich wurde kürzlich ebenso heftig wie überraschend von einem menschlichen Rüden, soll ich sagen angebellt (?), der nicht nur alles weiß über die Hausviecher, sondern oft auch alles besser weiß. Da wir daraus kein Geheimnis machen, weiß er, dass unsere liebe Bella-Marie-Friedericke (ein Original Nordzyperischer-Trüffelhund) in einem recht komfortablen Korb mit Matratze vor unserem Bett in der Nacht schläft und hin und wieder meine Schnarchtöne nachahmt. Er sprach natürlich nur "allgemein" und die durchgehend abfälligen und immer abfälliger werdenden Bemerkungen gipfelten in der Behauptung, dass "solchen Leuten wohl etwas fehlen müsse, wenn die ihr Viech im Schlafzimmer schlafen lassen". Das fand ich denn doch recht rüde von dem Rüden. Meine anschließenden verbalen Versuche, ihm diesen Lieblingsplatz des Hundes aufgrund dessen Veranlagung verständlich zu machen, schlugen allesamt fehl. Aber vielleicht konnte ich das ja auch nicht mit dem notwendigen Fachwissen untermauern, das so ein Besserwisserchen nun einmal abzufordern scheint. Wie dem auch sei, ich habe nachgeschlagen und zitiere jetzt aus
"MEIN HUND. Das Standardwerk zur artgerechten Hundehaltung" von Ulrich Klever, "ISBN 3-8112-2050-0 Ausgabe 2002", Seite 28, für alle Belehrungsresistenten und auch für die, denen am Ende das "Zuhör-Gen" abhanden gekommen zu sein scheint:
"Nachts schläft der Hund am liebsten im Schlafzimmer. Das hat ganz natürliche Gründe: Er möchte, bedingt durch seine Wolfsvergangenheit, immer in der Nähe seiner Menschen sein und würde sich ­ aus dem Schlafzimmer verbannt ­ ausgestoßen fühlen. Eine Ausnahme sind zwei oder mehr Hunde, die für sich ein Rudel bilden und deshalb auch woanders gemeinsam schlafen können. Einen von mehreren Hunden mit ins Schlafzimmer zu nehmen wäre ein großer Fehler. Er fühlt sich so bevorzugt, dass die natürliche Rangordnung durcheinander gerät.
Unbedingt erforderlich ist, dass ... ein Hund, dessen Besitzer berufstätig und der tagsüber allein ist, nachts mit seinem Menschen zusammen ist. Sein Schlafplatz gehört ins Schlafzimmer. Der Kompromiß getrennte Schlafzimmer, wenn einer der Eheleute absolut nicht mit einem Hund zusammenschlafen will, hat zur Folge, dass der Hund sich stärker an den Menschen anschließt, bei dem er schläft. Bedenken Sie: Die Nacht ist die längste Zeitspanne, in der ein Hund direkten Kontakt zu seinem Menschen hat. Wobei Kontakt Nähe bedeutet und nicht unbedingt Körper an Körper." An anderer Stelle dieses Buches (Seite 48) wird der Forscher Erik Zimen zitiert, der allgemein zur Partnerschaft Mensch / Hund sagt:
"Der Zuneigung des Hundes zum Menschen entspricht die Zuneigung des Menschen zum Hund. Sieht man von den erschreckenden Fällen ab, in denen die deformierte Psyche des Menschen körperlich und psychisch deformierte Hunde hervorbringt, kann man feststellen, dass nicht nur der Hund dem Menschen, sondern auch der Mensch dem Hund Partner ist. Der Hund hilft dem Menschen. Und der Mensch lässt den Hund in seinem Spiel-, Bewegungs- und Fortpflanzungstrieb Hund sein. Und das ist es, was mein Interesse am Hund wachhält: seine große Abhängigkeit vom Menschen und zugleich seine Selbständigkeit, seine Lebensfreude und seine Fähigkeit, Herrchen oder Frauchen so gründlich zu durchschauen."
Ich meine, es liegt ausschließlich an uns, ob wir nur die Luft oder gar den Raum oder auch einfach eine Zeitspanne gemeinsamen Lebens und Erlebens, mit einer unterwürfigen Kreatur oder einem tierischen Lebensgefährten teilen, der natürlich unsere liebevolle Aufmerksamkeit und nicht nur die Duldung als vom Menschen unterdrückte Kreatur verdient.
HMcM 10/2004


Thema 2

HUNDE AN DEN STRÄNDEN
zur Diskussion gestellt von Harry McMartin
Überall gibt es neuerdings Hinweisschilder an den Stränden, dass Hunde absolut unerwünscht sind an den Stränden und im Wasser. Als würde ein Hund das Meerwasser verunreinigen. Hunde häufeln oder pinkeln grundsätzlich nicht ins Wasser, entgegen den Praktiken mancher der zweibeinigen Sorte. Sie lösen sich auch nicht "groß" am Strand, wenn Herrchen oder Frauchen (David Potter sagte kürzlich: Herrchen und Frauchen gibt es im Englischen nicht. Das könnte ich nicht übersetzen.) zuvor einen kleinen Spaziergang an anderem Ort gemacht haben, was man allerdings erwarten sollte.
Ein Schild, dass der Imbissabfall, die Grillreste, die Transporttüten etc., nicht über die Gegend verstreut werden dürfen, fehlt dagegen allerorts. Der Schmutz an den Stränden und in den Landschaften hat nichts mit Schwemmgut oder verstreutem Gartenmüll zu tun, wie man oft verniedlichend hört, gerade auch von denen, die es besser wissen.
Ich habe kürzlich ein paar Fotos geschossen und festgestellt, dass nur die Arbeit mit dem Teleobjektiv sinnvoll ist. Zieht man die Blende auf ist die Wahrscheinlichkeit, unter dem schönen Olivenbaum die Abfallberge mit auf das Bild zu bekommen, sehr groß. Aber über Hunde am Strand regt sich die Verwaltung auf. "Warum nur und warum so plötzlich?", fragt
HMcM 9/2004



Thema 1

VERDRECKT ODER NATURBELASSEN
Einige provokative Überlegungen, zur Diskussion gestellt von Harry McMartin

Im Allgemeinen wird Nordzypern angepriesen mit Oliven- und/oder Orangenhainen. Dem Touristen werden Kräuterdüfte und mediterrane Genüsse, was immer das mit einschließt, angekündigt. All das, verbunden mit menschenleeren, naturbelassenen, wunderschönen Stränden und ebensolcher Landschaft ringsherum. Wer sich leichtsinnigerweise einen Hund zulegt und mit dem dann auch noch durch eben diese angeblich menschenleere, naturbelassene, von wunderschönen Stränden durchsetzte, unberührte Landschaft wandert, wundert sich, wobei ich mich auf den Raum östlich von Girne einmal beschränken möchte. Wundert sich, dass überall Müll herumliegt, obgleich sämtliche Gemeinden über eine ordentliche Müllentsorgung in diesem Raum verfügen.
Ständig und allerorts entstehen kleine, größere und große Müllhalden jedweder Art. Fängt einer ein Häufchen mitten in der Landschaft an (da wird Dreck, den die Müllabfuhr ohne Probleme mitnimmt, kilometerweit in die Landschaft gekarrt. Welch unlogischer Aufwand!), wirft der nächste seinen Abfall nicht etwa auch darauf, nein, der Narr macht zehn, zwanzig Meter daneben eine neue Halde auf, als geniere er sich, seinen Dreckkram zu dem anderen zu werfen! Ist denn niemand von den Gemeindevertretern dazu in der Lage oder Willens, ihre zypriotischen Bürger (denn es sind nicht die Zugereisten, die Ausländer, welche die Gegend versauen) zu sensibilisieren für dieses Problem? Oder interessiert das die Großkopferten nicht? Am Ende weil sie es selbst nicht bemerken? Zu einfach. Es gibt überall Gemeindeordnungen, welche die Ablagerung von Müll in den Fluren verbietet. Alle Zyprioten, die man darauf anspricht, bis hin zu Bürgermeistern, verdammen all solches Tun und ordern einen Kaffee, anstatt etwas zu unternehmen. Warum nur, frage ich mich.
HMcM 9/04

Nord-Zypern Mai 2005
Zweimal waren wir in der Vergangenheit im türkischen Teil von Zypern: vor ca. 7 bzw. 6 Jahren. Seitdem haben wir im Freundes- und Bekanntenkreis von der Schönheit und Ursprünglichkeit dieses Inselteils geschwärmt. Seinerzeit hatten wir ausgedehnte Wanderungen an den Stränden, in den Bergen und Wäldern unternommen. Nachdem neuerdings die Grenze zum griechischen Teil Zyperns durchlässig ist, wollten wir in diesem Jahr die ganze Insel erkunden und fuhren voller Vorfreude los - Zielort: Karaoglanoglu.
Der Urlaub begann bereits mit einer kleinen Katastrophe am Flughafen Ercan: Unser Gepäck war verschwunden! und ebenso die Koffer von 3 Mitreisenden. Nach 3 bzw. 4 Tagen und großen Anstrengungen der uns betreuenden Agentur "Kaleidoskop" konnten wir unser Gepäck dann endlich in Empfang nehmen.
Auf der nächtlichen Fahrt vom Flughafen ins Hotel staunten wir über die großzügig ausgebaute Straße durch das Gebirge, die nur noch die Randbereiche von Girne berührt. Schon dabei konnten wir erkennen, dass die Stadt sich erheblich ausgedehnt hat und zwischen Girne und Karaoglanoglu stellenweise Gehwege angelegt werden. Außerdem bemerkten wir einige neue große Supermärkte auf der Strecke. Natürlich weckte das unsere Neugier: Was hatte sich seit unserem letzten Besuch auf der Insel alles verändert?
Durch das fehlende Gepäck war unser Bewegungsradius zunächst eingeschränkt, so dass wir in den ersten Tagen die Umgebung des Hotels und den Ort erkundeten. Wir entdeckten wunderschöne neue Villen inmitten gepflegter Gärten und bewunderten die Blütenpracht, die sich selbst auf verwilderten Grundstücken entfaltet. Die neuen Supermärkte mit ihrem riesigen Warenangebot und den langen Öffnungszeiten empfanden wir als willkommene Ergänzung zu den kleinen "Tante-Emma-Läden", die es weiterhin gibt. Gott sei Dank lebt auch manch andere Tradition noch wie die Kaffeehäuser, in denen die Männer debattieren, fernsehen oder zu Brettspielen zusammen kommen, die kleinen Werkstätten an der Strasse, in denen man den Handwerkern bei ihrer Arbeit zuschauen kann oder der Friseur, der die Handtücher auf einem Wäscheständer vor seinem Laden trocknen lässt. Ein großes Plus stellt nach wie vor die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Insulaner dar.
Letzteres verliert sich jedoch völlig, wenn der Zyprer hinterm Steuer seines Autos sitzt:
Jeder Fußgänger weckt dann seinen Jagdinstinkt und wer nicht schnell genug aus dem Gefahrenbereich verschwindet, dem gnade Allah! Besonders hinterhältig ist hierbei die Angewohnheit der Autofahrer, die Seitenstreifen neben der Fahrbahn zuzuparken und damit dem Fußgänger jede Fluchtmöglichkeit zu nehmen. Geschwindigkeitsbegrenzungen gelten offenbar pro Rad oder Auto-Insasse; selbst in die Fahrbahn eingelassene Schwellen hindern kaum jemanden an der Jagd durch die Ortschaften.
In Karaoglanoglu konnten wir mehrfach ältere Menschen beobachten, die wegen des dichten und schnellen Durchgangsverkehrs länger als 15 Minuten auf die Überquerung der Straße warten mussten. Und immer wieder kommt es dabei zu tödlichen Unfällen, wie wir eines Abends mit ansehen mussten.
Überhaupt das Zu-Fuß-Gehen: In den Ortschaften, in den Wäldern und selbst an den Stränden liegt dermaßen viel Müll, dass wir weitgehend auf Wanderungen verzichtet haben.
Auf der Fahrt nach Güzelyurt, wo die Straße von der Küste wegführt, wollten wir uns in den Pinienwäldern gern ein wenig die Füße vertreten. Tja, das endete in einer Richtung nach ca. 300 Metern auf einer wilden Müllkippe; in anderer Richtung entdeckten wir den Müll nach rund 600 Metern.
An der Bergstraße von St. Hilarion nach Ilgaz lässt es sich bestimmt wunderbar wandern und es sieht herrlich ursprünglich aus; dort hat jedoch das Militär weite Teile der Landschaft gesperrt und verbietet das Stehen bleiben und Verlassen des Autos. - Und all´ überall stehen halbfertige Häuser, ja ganze Siedlungen. Große Küstenabschnitte sind so völlig zugebaut und für Strandspaziergänger kaum erreichbar, und auch die Berghänge gewinnen nicht durch derartige Bauruinen. Wer soll die vielen Häuser denn eigentlich mal beziehen? Primär werden das wohl ausländische Käufer sein - hoffentlich führt das nicht zu einer Überfremdung!
Der Abfall, der sich an den Stränden sammelt, dürfte überwiegend von vorbeifahrenden Schiffen stammen und angeschwemmt worden sein. Aber er sollte dort nicht liegen bleiben. Vielleicht könnten die Kiosk- und Restaurantbetreiber in der Nähe der wenigen verbliebenen Strände zum Zusammenharken gewonnen werden. So ist es jedenfalls nur eklig.
Einen wunderbar gepflegten Strand fanden wir nahe bei Famagusta und das war gewiss ein Verdienst der dortigen Strandcafes pp.
Vielleicht hätten wir - wie ursprünglich geplant - noch einmal die Spitze der Karpaz-Halbinsel erkunden sollen, doch wir waren in diesem Jahr so gefrustet, dass wir keine Lust mehr auf weitere Entdeckungen hatten. Stattdessen wanderten wir einige Male durch und um Karmi und genossen Flair und Aussicht von Bellapais. Selten haben wir uns nach einem Urlaub so sehr auf zuhause gefreut!
Renate Kohrt u Klaus Schmidt, Hamburg 6/2005